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Gewindedichtung für Rohre (anaerobe Rohrabdichtung)

Abdichtung von Rohren mit anaerobem Klebstoff (sogenannte Rohrabdichtung)

Es ist wichtig, dass Rohrkonstruktionen so dicht sind, dass Korrosion der Bauteile oder eventuelle Leckagen vermieden werden. Daher wird empfohlen, Klebstoff zur Abdichtung oder Versiegelung der Konstruktionen zu verwenden. Mit dem richtigen Klebstofftyp (einer Rohrabdichtung) für die Aufgabe kann sichergestellt werden, dass die Rohre vollständig dicht sind und nicht auseinander gleiten.

Allgemeines zu anaeroben Klebstoffen als Rohrabdichtung
Dieser einkomponentige Klebstofftyp ist ideal zum Sichern von Gewinden, für hydraulische Verbindungen und ebenso zum Abdichten von Rohrkonstruktionen geeignet. Er zeichnet sich durch Beständigkeit gegen eine Vielzahl von Chemikalien aus und lässt sich sowohl manuell als auch automatisch leicht dosieren. Die Aushärtung beginnt bei Sauerstoffabwesenheit und Kontakt mit Metallionen. Dies gewährleistet eine lange offene Zeit, die genügend Zeit für die korrekte Montage bietet. Anaerobe Klebstoffe sind in vielen verschiedenen Viskositäten erhältlich. Schließlich haben sie eine Hitzebeständigkeit von ca. 150–200ºC, eine gute Schlagfestigkeit und Vibrationsbeständigkeit.

Stärken
Vereinfacht lässt sich anaeroben Klebstoffen eine Einteilung in drei Festigkeitsklassen geben: niedrig, mittel und hoch. Die Realität ist differenzierter, doch dies ist die gängige Kategorisierung. Um die Bandbreite zu verdeutlichen, gibt es anaerobe Klebstoffe mit einem Drehmomentbruch von 6 Nm und solche mit 60 Nm. Newtonmeter (Nm) messen das Bruchmoment des Klebstoffs, das angibt, wann der Klebstoff „bricht“, wenn man versucht, die verbundenen Teile mit Handkraft oder Werkzeug zu trennen. Für die Abdichtung von Rohren ist oft mittlere oder hohe Festigkeit optimal, da die Rohre meist über längere Zeit verbunden bleiben und relativ widerstandsfähig sein sollen.
Anaerobe Klebstoffe sind in vielen Farben erhältlich. Dies hat keine optischen Auswirkungen auf das Endprodukt, da der Klebstoff im Sauerstoffabschluss härtet – also an Stellen sitzt, wo er nicht sichtbar ist. Die Farbe gibt jedoch häufig Auskunft über die Festigkeit. Blau steht oft für mittlere Festigkeit, während grün und rot meist hohe Festigkeiten bedeuten. Wie bei allen Regeln gibt es Ausnahmen, daher sollte man vorsichtig sein.

Zulassungen
Viele Rohrabdichtungsklebstoffe verfügen über verschiedene Zulassungen für Gas und Trinkwasser, was im Zusammenhang mit Rohrverbindungen und Abdichtungen sehr relevant sein kann. Beispielsweise sind Zulassungen vom deutschen DVGW/KTW oder der internationalen Gesundheits- und Sicherheitsorganisation NSF ANSI 61 wichtig. Auch eine Zulassung vom britischen WRAS ist ein guter Indikator, dass der Klebstoff gesundheitlich unbedenklich im Kontakt mit Trinkwasser ist.

Aktive und passive Metalle
Unabhängig vom Metall sollte das Bauteil immer von Fett und Schmutz gereinigt werden, bevor Klebstoff aufgetragen wird. Es gibt jedoch Unterschiede bei Metallen, die beim Kleben berücksichtigt werden sollten.
Aktive Metalle besitzen bestimmte chemische Eigenschaften, die sie gut für das Kleben geeignet machen. Diese finden sich vorwiegend auf der linken Seite des Periodensystems (z. B. Lithium, Kalium und Natrium), allerdings gibt es Ausnahmen wie Kupfer. Auch Legierungen wie Messing gelten als aktive Metalle. Anaerober Klebstoff haftet sehr gut an diesen aktiven Metallen und die Aushärtezeit ist deutlich kürzer als bei passiven Metallen. Beim Kleben von passiven Metallen wie Edelstahl oder Aluminium ist die Aushärtezeit lang. Hier kann ein Aktivator mit Metallionen verwendet werden, um den Aushärtungsprozess zu beschleunigen.